Schneelast beim Bauen von Garagen: Schwerkraft trifft Handwerk:
Ich weis, was Sie jetzt denken. Sie wollen doch nur eine Garage bauen und nun sollen Sie sich auch noch mit der Schwerkraft beschäftigen. Sie haben natürlich Recht, aber schelten Sie nicht mit mir. Die Sache hat uns ein ganz anderer eingebrockt! Isaac Newton (Foto oben), gebohren am 04. Januar 1643 (nach unserem Kalender) als Sohn eines Landwirtes. Er verfasst 1686/87 u.a. das newtonsche Gravitationsgesetz. Der hat uns die Schwerkraft eingebrockt! In England liegt er begraben und wir schlagen uns nun damit herum. Vielen Dank Isaac!
So viel zur wissenschaftlichen Entstehung... aber nun mal ganz im Ernst:
Ein schöner und schneereicher Winter hat leider auch seine Kehrseiten. Einstürze von Hallendächern in der Vergangenheit sind traurige Extrembeispiele. Wir haben die folgenden Zeilen hauptsächlich für private Bauherren vorgesehen, damit Sie beim Garagenkauf die richtige Entscheidung für Ihre Region treffen.
Warum das Sparen an der Statik teuer werden kann:
Grundsätzlich gilt: Je höher ein Gebäude geografisch liegt, desto mehr Schneelast muss das Dach tragen können. Der Slogan „Geiz ist geil“ ist für viele zum Credo geworden – wer aber an der Statik (also der Dachlast) spart, legt am Ende oft teuer drauf.
Dächer und ihre Tragkonstruktionen sind ganzjährig Wind, Regen, Hitze und Kälte ausgesetzt. Auch verstopfte Abflussleitungen (stark steigende Regenlast), herabfallende Äste oder nachträglich installierte Solaranlagen beeinflussen die Statik massiv.
Grundsätzlich ist immer der Bauherr für die Einhaltung der Baugesetze verantwortlich – was die Beachtung der Schneelastvorgaben einschließt. Während einige Billig-Anbieter diese Vorgaben im Angebotsprozess einfach ignorieren, wird ein echter Fachbetrieb die Statik für Ihren Wohnort immer ganz genau prüfen.
Irrtum: Allein die Schneehöhe entscheidet:
Die Meinung, dass allein die Höhe der Schneedecke über die Dachlast entscheidet, hält sich hartnäckig – diese Aussage ist jedoch falsch. Schnee gibt es in verschiedenen Formen, was zu völlig unterschiedlichen Gewichten führt:
- Sehr trockener Pulverschnee: ca. 30 bis 50 kg/m²
- Normaler Neuschnee: ca. 50 bis 100 kg/m²
- Feuchter Neuschnee: bis zu 200 kg/m²
- Trockener Altschnee: bis zu 400 kg/m²
- Feuchter/Vereister Altschnee: bis zu 500 kg/m²
Ein gewaltiger Unterschied: Eine Garage in der Standardgröße von 3 x 6 Metern (18 m² Dachfläche) müsste im schlechtesten Fall bis zu 9 Tonnen tragen (18 m² x 500 kg = 9.000 kg). Das entspricht dem Gewicht von rund 4 Mittelklasse-Pkw, die gleichzeitig auf Ihrem Garagendach parken! Dies ist kein Werbegag, sondern einfache Physik.
Hinweis: Bei einer freistehenden Flachdachgarage wird die Bodenschneelast auf dem Dach mit dem Faktor 0,8 multipliziert. Bei einem Anbau an ein höheres Gebäude kann dieser Faktor durch Verwehungen auf bis zu 2,0 steigen.
Versicherungsschutz & Materialunterschiede: Beton vs. Stahl:
Wer billig kauft, baut oft auf Risiko. Keine Versicherung zahlt für eingestürzte „Sparbauten", bei denen die regionale Schneelast missachtet wurde. Da ist der Verlust der Garage noch das kleinste Übel – der teure Pkw darin oder gar Personenschäden wiegen weitaus schwerer.
In Sachen Grundstabilität schneidet Beton konstruktionsbedingt naturgemäß hervorragend ab. Unsere Betongaragen weisen im Standard bereits eine hohe Schneelast von 2,0 kN/m² (ca. 200 kg/m²) auf. Bei herkömmlichen Stahlgaragen liegt der Standard im Markt oft nur bei 1,3 kN/m² (ca. 130 kg/m²).
Einige Stahlanbieter weisen im Kleingedruckten sogar darauf hin, dass das Garagendach bei starkem Schneefall manuell geräumt werden muss. Eine ehrliche Ansage, die in der Realität jedoch aufwendig und brandgefährlich ist: Ein Sturz von der Leiter oder vom Dach aus 2,5 Metern Höhe kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben!
Die Schneelastzonen in Deutschland:
Deutschland ist nach den aktuellen Baunormen (DIN EN 1991-1-3 / Eurocode 1) in verschiedene Schneelastzonen unterteilt (Zone 1, 1a, 2, 2a, 3), wobei die Lasten von Zone 1 bis Zone 3 stark zunehmen (Zusatzregeln gelten für den Norddeutschen Tiefland, den Harz oder die Alpen).
Unser Versprechen an Sie:
Wir prüfen die exakte Schneelastzone für Ihr Grundstück grundsätzlich vor jeder Angebotserstellung im Detail. Wenn Ihnen an Ihrem Standort bereits behördlich erhöhte Auflagen bekannt sind, weisen Sie uns einfach im Formular kurz darauf hin.
Wir wollen, dass Sie ruhig schlafen können – auch wenn es draußen kräftig schneit!
