Der Betongaragen-Boden: Harte Fakten statt schöner Märchen!
Das Märchen vom „Wunder-Beton", Tausalz & Handarbeit!
Wenn Sie sich auf dem Markt umschauen, stoßen Sie schnell auf Begriffe, bei denen selbst gestandene Betonbauer ins Grübeln kommen. Da wird Ihnen mit ernster Miene von einem „tausalzresistenten Garagenboden" erzählt, der angeblich so unzerstörbar ist, dass man ihn niemals versiegeln oder schützen muss. Wenn es diesen gäbe – hätten wir ihn auch!
Ein weiteres absolutes Highlight der Werbepoesie: Der „handabgeriebene Betonboden"! Mal ganz ehrlich: Stellen Sie sich das bitte bildlich vor? Da rutschen in der Produktionshalle die Mitarbeiter ehrfürchtig auf den Knien über den getrockneten Zementboden und schleifen die Oberfläche liebevoll mit der bloßen Hand und etwas Schmirgelpapier ab? Was für ein Blödsinn! Das können moderne Schleifmaschinen weitaus besser und schneller. Es soll wohl so edel und exklusiv klingen, wie die weltberühmte Handmalerei auf feinstem Meissener Porzellan. In der Realität bringt dieses angebliche „Handabreiben" für die Haltbarkeit Ihres Bodens exakt: überhaupt nichts! Außer einer netten Geschichte im Prospekt, um nicht erklären zu müssen, warum man eine Versiegelung nicht anbietet.
Beton ist und bleibt ein Naturprodukt. Er besteht aus Zement, Wasser, Sand und Kies. Und wenn im Winter das aggressive Tausalz zusammen mit dem Schmelzwasser vom Auto tropft, dann greift das die Oberfläche an – völlig egal, ob der Beton vorher „von Hand gestreichelt" wurde oder nicht. Wer Ihnen erzählt, dass man so einen Boden komplett ohne Schutz oder Pflege der Natur überlassen kann, der verkauft Ihnen kein Bauwerk, sondern nur ein Märchenbuch.
Kommen wir zu unserer Ausführung: Der Fußboden unserer Betongaragen ist vorn um 45° angeschrägt, um die Fahrzeugreifen zu schonen! Im Betonboden ist gerade in diesem Bereich eine massive Stahleinlage integriert. Aus diesem Grund benötigen wir keine aufgeschraubte Stahlkante, welche von einigen Herstellern eingesetzt wird und vorne ein Abbröckeln der Bodenplatte verhindern soll.
Die Betonkante bröckelt, durch die mechanische Belastung beim Überfahren, unter dem Metall trotzdem. Der "Vorteil" (???) ist, Sie sehen es nicht! Und auf lange Sicht lockert sich diese aufgeschraubte Schiene meist. Das ist wohl nicht die Ideal - mehr eine Notlösung!
Der gesamte Boden hat ein ganz geringes Gefälle Richtung Tor (0,2 - 0,4%), damit eingeschlepptes Regen- oder Tauwasser nach vorne ablaufen kann. Aber dies ist bei fast allen Betongaragen so (bei einem Betoncarport können Sie wählen)! Man verhindert dadurch eine Pfützenbildung. Ein größeres Gefälle würde keinerlei Sinn machen, auch wenn mancher Außendienst damit "wirbt"!
Der "genialste Spruch" ist wohl Folgender! Wir bauen die Bodenplatte extra stärker, da es unvermeidlich ist, dass es dort alsbald zu "Abplatzungen" kommt! Diese haben aber keine Nachteile...! Das klingt natürlich total logisch und ist nachvollziehbar! Gedacht, wohl für Bauherren mit einem etwas "vereinfachtem Horizont"! Jeder Bausachverständige, würde einen Anbieter, mit solchen Sprüchen, sofort in den Papierkorb versenken. Also - keine Nachteile? Natürlich nicht, wenn Sie Pfützen am Boden (u.U. Eis im Winter) oder immer stärker werdende Verschmutzungen, welche sich in die rauhe Oberfläche setzen, nicht stören...das sind natürlich keine Nachteile, da haben die Jung`s vom Marketing wohl Recht...! Das leichte Gefälle nach vorne funktioniert dann zwar auch nicht mehr...aber wer wird denn so pingelig sein...!
Männerhaare werden ab dem 30 Lebensjahr dünner, dass wusste ich. Das dies bei Garagenböden noch schneller geht...wusste ich nicht! Eines ist hier aber gleich! Sie haben in beiden Fällen keine Garantie - im Kamm finden Sie regelmäßig viele Haare und bei jedem "Auskehren" Ihrer Garage haben Sie immer wieder eine kleine Schaufel "grauen Sand"! Und irgendwann schaut Sie der kleine Maulwurf von unten böse an, weil ihm das Wasser aus Ihrer Garage auf die "Rübe" tropft...!
Ich ertappe mich dabei, dass ich hier etwas verwundert bin. Macht man doch sonst in der Werbung, selbst aus der "faulsten Frucht" noch ein gutes "Bioprodukt"! Leute, warum schreibt Ihr das denn nicht so:
"Die ständig voranschreitenden Abplatzungen an der Fußbodenoberfläche sind gewollt, so gewinnen Sie mit den Jahren noch an Raumhöhe"!
Das klingt doch wirklich total gut. So wird aus einer schlechten Lösung noch ein Verkaufsschlager! Nun schnell noch eine TÜV- Plakette und eine Auszeichnung dran, gestiftet von einem Verein, den kein Mensch kennt...das ist dann moderne Verkaufsstrategie! Dies ordentlich zu machen, würde nur etwas Geld kosten - aber die hohe Kunst des cleveren Vertriebes ist es wohl, den Bauherren, selbst den größten Murks, nur als neuste Innovation zu verkaufen.
Nur nochmal zum besseren Verständnis zusammengefasst. Der Garagenboden (versiegelt) ist ca. 1 - 2cm höher als der spätere Vorplatz (siehe Foto unten Mitte). Er hat vorn eine angeschrägte Fase - zur Schonung der Autoreifen. Das Betonbord (zwischen dem Garagenboden und der Pflasterung) verhindert, dass die Schotterung unter dem Pflaster auch unter den Garagenboden kommen kann - dieser ist freitragend und muss auch "frei-schwingen" können - darf also von unten keinen Druck bekommen. Sitzt dieser irgendwo auf, kann es zu Rissbildungen im Boden kommen!
Bei den meisten Betongaragen schließt das Sektionaltor ja direkt auf der Bodenplatte, weil diese bis nach vorne geht. Was nützt Ihnen dann deren Gefälle, wenn sich das Wasser innen, an einem geschlossenen Sektionaltor staut, da es nicht ablaufen kann? Schimmelbildung, Dauerfeuchtigkeit und schnellere Rostbildung am PKW, oder anderen eingelagerten Gegenständen, sind die unausweichliche Folge.
Beim Schwingtor haben Sie in dieser "Lösung" die Gefahr, dass bei Starkregen Feuchtigkeit unter dem Tor in die Garage eindringen kann - jedes Schwingtor hat am Boden einen kleinen Spalt - das geht bautechnisch nicht anders. Und auch hier werden Sie tolle Erklärungen erhalten - falls Sie danach fragen...! Anstatt diesen wirklichen Nachteil ehrlich einzugestehen, wird man Ihnen wieder so einige folgende interessante "Märchen" ertzählen.
Hier nur mal drei der häufigsten Beispiele zur Erlärung "Bodenplatte bis nach von":
1. Die Anpfasterung ist bei einer Bodenplatte bis nach vorne einfacher (geradliniger Anschluss)???
2. Die erste Reihe der Pflasterung lockert sich, weil diese vom Wasser aus der Garage unterspült wird.
3. Die Gummidichtung eines Sektionaltores hätte unten extra Öffnungen, damit das Wasser auch bei einem geschlossenem Tor ablaufen kann...!
Na, dass sind die absoluten Prachtideen auf dem "Ausredenmarkt" - wie viele "tausende Liter Wasser" kommen denn so aus einer Garage und wenn die Bodenplatte bis nach vorne geht, käme da weniger Wasser? Dann kommt doch auch irgendwann eine erste Pflasterreihe...! Zugegeben, in "unserer Version" müssen Sie eine Reihe Pflaster mehr setzen (lassen) - das machen Sie aber ein mal im Leben. Der Vorteil, dass das Wasser von innen immer ablaufen kann, ist doch unbestritten viel wichtiger.
Inmformativ - sollten Sie die Bodenplatte trotzdem auch bis nach vorne wünschen, weisen Sie uns nur darauf hin, dann bauen wir Ihnen diese auch bis nach vorne (ohne Aufpreis) - wir raten Ihnen, aus den genannten Gründen, aber dringend davon - natürlich ist der Kunde der König!!!







